Archive for the Die sieben Todsünden Category

Völlerei

Posted in Die sieben Todsünden on November 29, 2010 by Gary

Fresssucht. Adrenalinrausch. Drogenexzesse. Gewaltjunkies. Alkoholvernichtung. Tablettensucht. Alles Ausdruck ein und der selben Sache, nämlich von Völlerei. Davon, dass man einfach nicht genug bekommen kann von guten Dingen, Dingen die einen sich gut fühlen lassen. Egal ob in der Kneipe in welcher man sich so lange mit Bier und Schnaps und Whisky zulaufen lässt bis man all seine Sorgen vergessen hat oder jeden Tag im Restaurant Steak und Wein im Wert von hundert Dollar verspeist, im Endeffekt geht es eigentlich nur darum zu genießen und sich nicht mit Dingen zu beschäftigen, an die man nicht erinnert werden möchte. Das ist normal.

Doch die Menschheit hat es verlernt sich zu mäßigen. Es geht immer darum mehr in sich hinein zu stopfen, mehr zu erreichen, mehr zu haben, mehr mehr mehr! McDonalds ist überfüllt, Drogen werden immer stärker und billiger, der Schönheitswahn ist genau das, ein Wahn, und in den Schatten der Schulgebäude treffen sich Jugendgangs um sich gegenseitig die Fresse zu polieren. Einfach nur weil sie Lust darauf haben.
Straßenkämpfe werden immer häufiger und kommen sogar in Mode, die oberen Zehntausend jubeln und feiern wenn junge Leute aus der Gosse und den unteren Schichten sich gegenseitig auf die Fresse hauen, es werden Getränke und Erfrischungen gereicht während das Blut auf den harten Asphaltboden tropft.
In einer Nobeldisco werden die Lines von Koks gezogen, in einem alten Lagerhaus treffen sich Jugendgangs und spritzen sich gegenseitig Heroin, auf Schulklos wird Pep vertickt und die Lehrer greifen zur Flasche.

Wie ein Krebsgeschwür hat es sich in der Welt der Sterblichen fest gesetzt, immer mehr und mehr frisst es sich in die Eingeweide der Gesellschaft, gleich einer kränklichen mit Eiterpusteln übersähte Ratte in eine verrottende Leiche. Milliarden von Dollar werden hinaus geworfen um den Schmerz den man spürt irgendwie zu betäuben anstatt etwas dagegen zu tun, es ist ja auch so viel einfacher.

In keiner anderen Stadt des Landes wird so viel Geld gemacht mit Drogen, in keiner anderen Stadt gibt es so viele Clubs und Diskotheken, so viele Nobelrestaurants, so viele Imbissbuden, so viele Fress- und Fickpaläste, so viele Schlägereien, nirgendwo mehr Alkoholumsatz und nirgendwo mehr Drogenhöhlen. Die Verbrechersyndikate sind schweinereich und mächtig, die Polizei blind und korrupt, die Bevölkerung dumm und triebgesteuert, die Politiker selbstsüchtig und gierig. Diese Stadt ist ein Pfuhl der Sünde und der Dunkelheit, ein Mahlstrom aus Erlebnissen und Eindrücken und Versuchungen und Hoffnungslosigkeit. Und das ganze spült man am einfachsten herunter mit einem ordentlichen Schuss Whiskey und Gewalt.

Zorn

Posted in Die sieben Todsünden on June 13, 2010 by Gary

Zorn, Wut, Groll, Ärger, man kann es nennen wie man will, es ist im Grunde genommen immer das gleiche. Die gewalttätigste, brutalste, energiegeladenste aller Todsünden, Jähzorn. Väter die im Suff ihre Kinder oder Frauen schlagen, junge Männer die den Nebenbuhler erstechen, betrogene Ehefrauen die den Kaffee ihres Mannes vergiften, Jugendliche die ihrem Frust in Schlägereien freien Lauf lassen, Footballfans die nach einem Spiel Ärger anfangen, allesamt Taten die angetrieben werden von Zorn.

Es ist die Sünde der Aktion und der Tat. Sie kann sich ganz offensichtlich zeigen in direkter Gewalt, egal ob durch Schreien, Schlagen oder simpler Zerstörung. Einige lassen ihre Wut raus indem sie auf ein Kissen einschlagen, andere indem sie ihren Ehepartner nieder machen, sei es durch Worte oder durch Schläge. Und wieder andere kaufen sich eine Kindernutte, ficken sie und schlagen sie halb tot. Und ich lasse meine Wut raus, indem ich genau diese Kerle finde und in ihrem eigenen Bett töte, vorzugsweise mit einem Bettpfosten rektal… ähm ja, lassen wir das.

Früher dachten die Menschen, Jähzorn sei ein göttliches Recht, nur Gott hätte das Recht, zornig zu werden und so maß sich jeder Mensch der seinem Zorn nachgab etwas an, das ihm nicht zustand, er stellte sich selber über die Gebote des Herrn, er nahm sich sogar heraus das gleiche zu dürfen wie Gott. Zorn zerstört, Zorn vernichtet, Zorn ist eine destruktive Gewalt die einen einfachen Menschen in eine Bestie der destruktiven Energien verwandeln kann.

Aber Zorn kann sich auch anders äußern. Wie ein Gift kann er die Seele langsam vergiften. Es ist ein Feuer das im Bauch brennt, sich langsam von der Seele eines Menschen nährt und sie verwandelt in etwas hässliches, gewalttätiges und gemeines. Beziehungen gehen über Jahre hinweg kaputt und enden in Katastrophen, Menschen drehen durch und laufen Amok, junge Frauen lassen sich in Magersucht treiben, es ist überall zu sehen.

Egal ob schnell und hart oder langsam und brutal, Zorn ist eine zerstörerische Kraft. Sie kann ein Antrieb sein, einen stark machen, einem Mut geben und einen dazu bringen über seine Grenzen hinaus zu wachsen. Aber sie kann auch vernichten. Und meistens läuft es auf das zweite hinaus. Die wenigsten schaffen es diese Energien zu kontrollieren, viele lassen sich von ihr kontrollieren. Und oft endet das in einer Tragödie.

Lust

Posted in Die sieben Todsünden on May 28, 2010 by Gary

Lust… Es ist einer der Antriebe in dieser Welt, einer der natürlichsten und normalsten unserer Existenz. Es ist der primitivste Teil unseres Gehirns welches den Körper mit Hormonen überschüttet sobald wir mit einer gut aussehenden Frau oder einem gut gebauten Six-Pack konfrontiert werden, welches uns dazu bringt an der Ampel zu stehen und den langen Beinen und dem kurzen Rock hinter her zu schauen, den hin und her schwingenden Hüften hinter her zu gaffen und uns in Diskotheken total zum Affen zu machen in der Hoffnung, die Nacht nicht alleine zu beenden. Das hat sich seit der Steinzeit nicht geändert, damals gab es als Geschenk ein Mammut-Steak, heute wird ein Sportwagen und Designerkleidung verwendet um den Frauen zu signalisieren, dass man die Möglichkeiten hat eine Familie zu versorgen. Und anders herum wurden Mini-Röcke, große Ausschnitte und High-Heels erfunden, sie alle erfüllen den gleichen Zweck: Sie bringen die richtigen Rundungen noch mehr zur Geltung.

Lust ist der Antrieb, welcher erfolgreiche Anwälte dazu bringt sich den Schwanz von einer Minderjährigen lutschen zu lassen, im Austausch für genug Geld für den nächsten Schuss. Vergewaltigungen in dunklen Kellerräumen oder in den Hinterräumen einer Disco, der Straßenstrich zwischen Downtown und Uptown, Hände die beim Tanzen zu weit wandern, Ehemänner die nach Feierabend ihre langbeinige Sekretärin vernaschen ehe sie nach Hause gehen und die Kinder ins Bett bringen, Hausfrauen die sich von ihrem Tennislehrer vögeln lassen, Mädels die lernen ihre Zunge ‘richtig’ zu verwenden ehe sie einen Führerschein haben… die Liste ist endlos. Es ist ein primitiver, wilder Trieb der in der Brust des Menschen tobt, ihn manchmal dazu bringt Leben zu ruinieren, das eigene und das anderer, seine Karriere und seine Ehe zu riskieren, sich zu Dingen hinreißen zu lassen, welche er normalerweise nicht einmal erwägen würde.

Ich sehe sie jede Nacht, sobald die Sonne untergegangen ist legen sie ihre Masken der Zivilisation ab und geben sich ihren Instinkten hin. Sie verbergen es hinter einem dünnen Schleier aus Benehmen und Zurückhaltung, aber das ist Schein. Trinken, feiern, ficken, Exzessen hingeben und dann wieder zurück in die heimatliche Zuflucht. Junge Wilde wie alte Perverse, es bleibt immer gleich, nur die Wege ändern sich mit der Zeit. Es geht immer um feste Brüste und Hintern, zarte Haut und sinnliche Lippen. Was nicht heißt, dass Frauen nicht genauso sind, sie verbergen es nur besser.

An der Universität gibt es mehr sexuelle Übergriffe als an irgend einer anderen Hochschule des Landes, in keiner anderen Stadt gibt es mehr Vergewaltigungen pro Jahr, nirgendwo so viele Kindesschändungen, so viele Nutten, so viele Clubs mit dunklen Hinterzimmern, so viele Sexskandale, so viele Abtreibungen wie in dieser versifften, dreckigen, nach Sünde stinkenden Stadt. Die Clubs quellen über vor lauter berauschenden Düften in der Luft, die Sonderermittler der Polizei für Sexualverbrechen sind überarbeitet, die Jugendämter überfordert, die Stimmung kocht jede Nacht wieder hoch. Und oft ist der Übergang fließend, von Lust… zu Gewalt und Zorn.

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