Alleine

Posted in Garys Wort zum Sonntag... on February 5, 2011 by Gary

Es stinkt ein Nosferatu zu sein, wirklich, und ich meine nicht weil ich es tue. Jedenfalls nicht direkt, auch wenn das zusammen hängt. Nein, wovon ich rede ist das Problem, alleine zu sein, niemanden zu haben der für einen da ist. Versteht mich nicht falsch meine Freunde sind großartig und ich bin jeden Tag dankbar dafür solche gefunden zu haben die so viel Geduld mit jemandem wie mir haben. Aber das reicht eben leider nicht immer.

Es gibt Nächte in denen wandere ich durch die dunklen Straßen und Gassen dieser Stadt und der anblick von verliebten Paaren bringt das Tier in mir zum Vorschein und ich kann jedes mal wieder das Verlangen spüren den glücklichen Saftbeuteln die Scheisse aus dem Leib zu prügeln und das Blut aus den Adern zu saugen. Dann suche ich mir irgend etwas um meine Wut heraus zu lassen, sei es ein Köter oder einfach ein Auto oder ein Drogendealer. Doch das hilft nicht wirklich, nur für den Moment.

Einsamkeit ist wie eine eiskalte Hand die ein Herz packt und brutal zusammen quetscht, jedes Fünkchen Hoffnung und Lebensfreude heraus presst, sogar aus einem untoten, kalten, schwarzen Herzen wie meinem. Ich bin ein Monster, das weiß ich. Ich sauge Blut und jage Menschen, ich bin den Tag über tot und in der Nacht untot. Ich rieche wie eine alte Gruft und mein Mund ist ein Mahlschlund aus spitzen, gelben Zähnen, von einem Ohr zum anderen. Meine Stimme klingt wie ein rostiges Reibeisen und meine Hände haben Klauen anstelle von Fingernägeln.

Ich bin ein Biest. Wo ist dann meine Schöne?

Füße still halten

Posted in Aktuelles, Garys Wort zum Sonntag... on January 22, 2011 by Gary

Entschuldigt bitte, dass ich momentan nicht viel zum schreiben komme. Wir, also Olivia, Franky und ich und der Rest, müssen nämlich seit einiger Zeit die Füße still halten, der Invictus ist sauer auf uns. Also, eigentlich sind nur ein oder zwei pissig, der Rest stimmt uns zu und sagt einfach nichts. Wir haben nämlich zusammen mit einigen Charthianern, ein zwei Ungebundenen und Yuriko von den Akolythen etwas Chaos veranstaltet. Wie es fast schon Tradition ist. Immer an Silvester gibt es eine richtige Schlägerei nach allen Regeln der Kunst, zwar immer unter einem Vorwand, aber an sich geht es nur darum irgendjemandem die Fresse zu polieren.

Das ganze kam so: An Silvester haben wir in Moonys Bar gefeiert, ich hatte sogar das Glück etwas menschliches Blut trinken zu können. Sie war zwar voll wie tausend Russen aber egal, war ganz angenehm mal wieder breit zu sein. Auf jeden Fall hörte Johann, der Priester, dann irgendwie von einigen Typen die in einem Gothic-Schuppen wildern. Normalerweise würde uns das nicht stören, aber diese Kerle hatten eine Masche: Sie spielten einen auf Edward den Glitzer-Vampir und suchten sich süße Teenagermädchen die auf so etwas stehen. Innerhalb von Sekunden kochte uns die Galle hoch. Denn mal im Ernst, welcher echte Verdammte möchte verglichen werden mit dieser Fee?

Es kam wie es kamen muss: Zehn, oder zwölf ich weiß es nicht mehr genau, mit Blut und Stoffen vollgepumpte Vampire stürmen einen kleinen Gothic-Schuppen und zerledern eine kleine Gruppe von vier “Ich-bin-so-düster-romantisch-anmutigen-Daeva”. Und noch dazu die Rausschmeisser. Und den anrückenden Motorradclub denen der Laden gehört. Und die Polizisten. Und dann haben wir Musik aufgelegt, unsere Freunde angerufen und bis kurz vor Sonnenaufgang eine wilde Party geschmissen. In einem verwüsteten Club, gefüllt mit ohnmächtigen Rockern und Bullen haben Untote, Gothics, Punks, Nutten, Kriminelle, Schläger und ein paar Leute die niemand kannte so richtig die Sau raus gelassen. Feiern, tanzen, grölen, zerstören, ficken, saufen, prügeln und alles in allem eine totale Orgie des sich absolut gehen lassens.

Und na ja, nun sind ein paar etwas sauer auf uns. Aber nicht ganz so schlimm. Immerhin war es Silvester, da fällt das kaum auf.

Nach dem Fest ist vor dem Fest…

Posted in Aktuelles, Garys Wort zum Sonntag... on December 27, 2010 by Gary

Die Festtage sind vorbei und immer noch schmeckt alles nach Braten und Fett und Glühwein und Eierpunsch. Die Nachricht von Nächstenliebe ist irgendwie nicht richtig angekommen, immerhin spenden Menschen tausende von Dollarn an irgendwelche Stiftungen die sich um Waisen in Afrika oder verkrüppelte Hundewelpen oder Delfine im Thunfischsalat kümmern, doch gehen sie im nächsten Moment am Straßenkind vorbei und rümpfen die Nase wegen dem Geruch der ungewaschenen Kleidung. Ja, die Festtage sind vorbei aber die Bigoterie bleibt die gleiche.

Das ist aber nicht der Grund worüber ich reden will. Nein, es ist etwas passiert, etwas das sich lohnt zu erwähnen. Die Stadt hat eine der Wohnwagenparks dicht gemacht, dort soll ein Einkaufszentrum entstehen. Das bemerkenswerte ist, dass dieser Wohnwagenpark von einem cartianischen Untoten als Heim und Revier angesehen wird, oder wurde, und die Baufirma welche dort gerade Zäune aufstellt im Privatbesitz eines gewissen Regenten ist, genauer gesagt dem Marquis Nathaniel McCarthy. Mal sehen was sich daraus entwickeln wird. Die Cartianer sind wahrscheinlich rasend und die Jungs vom Invictus reiben sich voller Schadenfreude die Hände.

Es ist der Tag vor Weihnachten…

Posted in Aktuelles, Garys Wort zum Sonntag... on December 23, 2010 by Gary

Es ist ein Tag vor Heiligabend und in dieser Stadt ist das überall zu sehen und zu spüren. Huren die sich in mit Kunstfell besetzte Jacken drücken und in Ecken zwängen um zumindest ein wenig Wärme zu erhaschen, Last-Minute-Geschenkeeinkäufer welche in ihrer Eile alles und jeden um sich herum ignorieren und aus den Weg drängen, Drogendealer welche ihre Probeware ein wenig größer als sonst ausfallen lassen, Handtaschendiebe welche besonders fette Beute machen, Polizisten die gerne kleine Geschenke annehmen, kitschige Werbung mit schön operierten Models um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, Konsum, Konsum und noch mehr Konsum. Geschenke, Geld, Konsum, Kitsch und die einzige Wärme welche die meisten Leute spüren stammt vom Eierpunsch oder den überhitzten elektrischen Lampen in den zu großen Reklamen. Ja, es ist kurz vor Weihnachten… Wem außer mir ist noch schlecht?

Wie auch immer, ich hatte heute eine sehr interessante Begegnung. Es war kurz nach Mitternacht, ich trieb mich im Hill rum, als ich angerempelt wurde. Niemand rempelt mich an, Menschen machen instinktiv einen Bogen um mich ohne es zu merken. Oft bemerken sie mich gar nicht. Und wenn doch, dann rümpfen sie die Nase und ignorieren mich einfach. Aber niemand rempelt mich an, es geschieht einfach nicht. Aber in dieser Nacht bin ich angerempelt worden. Der junge Mann nuschelte eine Entschuldigung und ging dann hastig weiter. Natürlich folgte ich ihm mit ein wenig Abstand und keine zehn Minuten später steckte sein Kopf in einer Mülltonne, seine Beute des Tages in meiner Tasche und sein Blut in meinem Magen. Und dann begann er zu reden, gegen das Versprechen ihn nicht zu töten. Nicht, dass ich es getan hätte, aber ich spielte einfach mal mit. Und er redete und redete und hörte gar nicht mehr auf, glücklicherweise waren es zumindest halbwegs interessante Dinge. Wusstet ihr zum Beispiel wie der Anführer der Gang heißt die zwischen Bersen-Street und Corn-Street herrschen? Und der Name seiner Freundin? Und wie die Schlampe heißt mit welcher er rum vögelt und die gleichzeitig die beste Freundin seiner Freundin ist? Ich weiß es jetzt. Der kleine mag zwar ein lausiger Taschendieb sein, aber zumindest weiß er Dinge die nützlich sein könnten. Ich merk mir lieber sein Gesicht.

Flucht

Posted in Garys Wort zum Sonntag... on December 21, 2010 by Gary

Als ich noch lebte bin ich immer geflohen. Vor allem. Meine Probleme, meine Sorgen, Belastungen, Ängste, egal was, ich bin geflohen. Es war einfacher als sich den Problemen zu stellen. Anfangs floh ich in das Haus eines Freundes, dann in Comics und Videospiele und schließlich in die Flasche. Meine Noten waren schlecht also tauchte ich noch tiefer ein in die Welt von Batman, Spiderman und Beavis and Butthead. Meine Eltern ließen sich scheiden und ich wurde alleine gelassen, also half ich Super-Mario Bowser zu verprügeln. Es war immer wesentlich einfacher als etwas gegen das Problem zu tun.

Und als ich alt genug gewesen bin, ich glaube dreizehn, habe ich entdeckt, dass wenn man genug Bier trinkt, die Probleme aufhören einen zu nerven, zumindest für eine Weile. Und es gab immer genug Bier oder Schnaps oder Vodka oder was auch immer, die Nachbarskinder hatten etwas oder meine Mutter oder meine Tante oder auch einfach der Kiosk um die Ecke. Ich war kein Alkoholiker, nicht wirklich, ich war einfach nur zu träge und zu faul um mich mit meinen Problemen auseinander zu setzen.

Und dann schaffte ich doch irgendwie meinen Abschluss. Ich weiß nicht wie ich es geschafft habe, ich tat es einfach. Auf einmal stand ich mit einem Abschluss in der Tasche außerhalb meines Colleges und hatte keine Ahnung, was ich machen sollte. Ich fuhr Taxi um die Miete zu bezahlen, ich spielte Saxophon, ich besoff mich hemmungslos und schließlich bekam ich einen Job beim Sozialdienst. Ich weiß nicht mal wieso.

Das war okay, es war cool da zu arbeiten. Aber ich floh wieder. Ich arbeitete zehn Stunden am Tag und fuhr noch extra sechs Stunden Taxi, die freien Tage lag ich besoffen auf der Couch oder bezahlte eine Nutte für etwas Gesellschaft. Ohne Scheiss, ich habe sie fast nie gefickt, wir haben nur geredet.

Ich löste viele Probleme, half Eltern mit ihren Kindern zu reden, arbeitete mit gestressten Teenagern, half Jugendlichen mit schlechtem Hintergrund… aber ich löste niemals meine eigenen. Ich bin nur weg gelaufen.

Softi…

Posted in Garys Wort zum Sonntag... on December 20, 2010 by Gary

Ich bin ein Softi, ich gebe es zu. Ich kann zwar Drogendealer verprügeln und Bullenschweinen eins auf Maul geben und andere Bastarde in Mülltonnen stecken, aber im Grunde meines Herzens bin ich immer noch ein Softi. Und deswegen war ich die letzte Woche über einkaufen… na ja, okay, ich war Sachen besorgen. Ein altes Buch aus der hinterletzten Ecke der Bibliothek geklaut für Christine, eines das überschwimmt mit Berichten über die Hexenverfolgung und schwarze Magie. Eine signierte Kopie der ersten Staffel von Supernatural für Olivia. Ein neuer Flachbildschirm für Franky. Eine gute Flasche Whiskey für Moony. Ein uralter Rosenkranz aus der Kathedrale für Johann. Und… eine neue Winterjacke. Eine passende.

Ich bin ein Softi. Ich weiß.

Res Mortualio Divino (II.11)

Posted in Das Testament des Longinus on December 11, 2010 by Gary

The Spear is your hope and the sure sign of your Damnation. Protect it, for it is your birthright. Follow it, listen to its voice, touch its blade. Impale your hearts upon it, because it is the hope you have, not of salvation, for there is no salvation for us, but of purpose now and on the final night.

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